Das große Summen: NarrowBand IoT in der Landwirtschaft

[Translate to Deutsch:] Bee and Me

„Wenn die Biene einmal von der Erde verschwindet, hat der Mensch nur noch vier Jahre zu leben.“ Dieses berühmte, oft Albert Einstein zugeschriebene Zitat macht deutlich, wie wichtig gesunde Bienen für Nachhaltigkeit und Umwelt sind. Um das Wohlergehen der Honigproduzenten sicherzustellen, nutzt das montenegrinische Start-up BeeAnd.me NarrowBand IoT (NB-IoT) für den Betrieb einer smarten Lösung zum Bienenmonitoring.

„Im Grunde haben wir ein Babyfon für Bienen entwickelt“, beschreibt Softwareentwicklerin und BeeAnd.me-Mitgründerin Elma Hot die intelligente Lösung. Zusammen mit ihrer fürs Hardwaredesign zuständigen Geschäftspartnerin Alija Dervić gründete sie das Start-up vor anderthalb Jahren in Podgorica, der Hauptstadt Montenegros. Mithilfe des NB-IoT Prototyping Hub der Deutschen Telekom wollen sie ihre Lösung nun europaweit anbieten. So stellten sie ihr „Bienenfon“ unlängst am Stand der Telekom auf dem Mobile World Congress 2017 vor, womit sie großes Interesse erregten.

Maßgeschneiderte IoT-Lösung für Imker

Die drei Grundbestandteile der Lösung sind eine Messstation, eine IoT-Plattform und eine Software zur Datenanalyse. Damit können professionelle Imker wie auch Hobbyzüchter dafür sorgen, dass die Bewohner ihrer Bienenstöcke gesund und munter bleiben. „Die Messstation, die für zehn Bienenstöcke eingesetzt werden kann, besitzt vier Sensoren, die das Gewicht des Stocks, die Temperatur und Luftfeuchtigkeit der Umgebung sowie die Geräusche der Bienen erfassen“, erläutert Dervić. Diese Daten werden per NB-IoT an die IoT-Plattform von BeeAnd.me übertragen, auf die Nutzer über eine Webanwendung oder per App zugreifen können. Durch die Verarbeitung und Auswertung der Daten auf der Plattform erfahren Imker, wie es um das Wohlergehen ihrer Tiere bestellt ist.

Wissenschaftliche Unterstützung

Doch welche Erkenntnisse liefern diese Daten genau? Das Gewicht eines Bienenstocks verrät beispielsweise, wie viele Bienen darin leben. Bei einer Überbevölkerung summen und brummen die Tiere in unterschiedlichen Frequenzen und Amplituden, was ein Indikator für das drohende Ende der Bienenkolonie sein kann. Anhand des Gewichts weiß der Imker somit, wann es Zeit für einen weiteren Bienenstock ist, um ein Massensterben zu verhindern. Temperatur und Luftfeuchtigkeit wiederum sind wichtige Faktoren, wenn es darum geht, das Risiko von Schädlingen und Krankheiten einzuschätzen. Weisen die Daten auf ein hohes Risiko hin, kann der Imker frühzeitig Gegenmaßnahmen ergreifen. Der wohl interessanteste Messwert betrifft jedoch das Geräusch der Bienen: BeeAnd.me plant Studien in Zusammenarbeit mit der Universität Graz, deren Ziel darin liegt, eine Verbindung zwischen dem Summen von Bienen und ihrer Gesundheit herzustellen. „Die Art des Summens gibt sogar Aufschluss darüber, an welcher Erkrankung Bienen unter Umständen leiden“, weiß Hot. Darüber hinaus verknüpft die Anwendung Informationen von Imkern in bestimmten Gebieten, um Landwirte bei einem Schädlingsbefall oder dem Einsatz von Schädlingsbekämpfungsmitteln in der Nähe der Bienenstöcke warnen zu können.

Ökologischer und wirtschaftlicher Nutzen

Die Gewährleistung des Wohlergehens von Bienen ist natürlich nicht nur für Imker, sondern auch für den Artenschutz wichtig. Da Bienen in vielen Naturprozessen eine zentrale Rolle spielen, ist ihr Verbleib auf unserem Planeten zudem für eine gesunde Umwelt unabdingbar. Doch von der smarten Landwirtschaftslösung profitiert nicht nur die Menschheit insgesamt. Imker können mit ihrer Hilfe ihre Arbeit effizienter und rentabler gestalten: BeeAnd.me senkt nicht nur die Todes- und Verlustrate von Bienen deutlich, sondern sorgt dank gesunden Bienen auch für mehr Honig. Unter dem Strich können Imker so ihren Ertrag steigern und gleichzeitig ihre Ausgaben für Medikamente und Pflege reduzieren. „Mit unserer Lösung sparen Imker 20 bis 30 Prozent ihrer Kosten ein und können ihren Bienenbestand mehr als verdoppeln“, so Dervić.

NarrowBand IoT: das ideale Netz

Doch weshalb fiel bei der Implementierung der Lösung die Wahl auf NB-IoT? „Aufgrund der hohen Reichweite, des niedrigen Energiebedarfs und der geringen Kosten eignet sich diese Netztechnik perfekt“, meint Dervić. Hierdurch können selbst Bienenstöcke in abgelegenen Gegenden oder Gebirgen fortlaufend Daten an Züchter senden. Zusätzlich zeichnet sich die NB-IoT-Lösung durch einen geringen Wartungsaufwand aus und lässt sich einfach und kostengünstig implementieren. „Während Lösungen für Smart Farming wie unsere die Zukunft der Landwirtschaft sind, ist NarrowBand IoT die Zukunft der Kommunikation. Wir bringen beides zusammen“, schließt Hot.

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