M2M auf hoher See

Bildquelle: Christian Wyrwa

[Translate to Deutsch:] DAL Container

Transparenz und Planungssicherheit sind in der Containerschifffahrt von entscheidender Bedeutung. In einem Pilotprojekt haben die Hamburger Reederei DAL und die Deutsche Telekom nun Seecontainer vernetzt, um Position und Zustand der Fracht zu überwachen.

Beinahe 90 Prozent des Welthandels werden heute über Containerschiffe abgewickelt. So sind auch jeden Tag Tausende Container der traditionsreichen Reederei Deutsche Afrika-Linien (DAL) auf hoher See unterwegs. Zur Verfolgung all dieser Container reicht reines GPS-Tracking längst nicht mehr aus: Die Kunden des Unternehmens verlangen während des gesamten Transports präzise Vorhersagen dazu, ob ihre Güter pünktlich und vor allem unversehrt am Zielhafen ankommen werden. Deshalb hat die DAL zusammen mit der Deutschen Telekom ein Projekt mit einer neuen Lösung gestartet, die sowohl Container ortet als auch den Zustand der Fracht überwacht.

Smart Container Devices

Hierzu wurden zehn DAL-Container mit M2M-Modulen mit GPS-Sensoren, Bluetooth-Sendern und Mobilfunkmodems ausgerüstet. Diese sogenannten Smart Container Devices werden einfach an der Containertür angebracht und verrichten ihren Dienst dank einer wiederaufladbaren Batterie, einer Back-up-Batterie und einem Solarmodul über mehrere Jahre wartungsfrei. Den Container und seinen Inhalt überwachen verschiedene Sensoren im M2M-Modul. Sobald etwa eine zuvor festgelegte Temperatur überschritten, die Tür des Containers geöffnet oder das Modul selbst entfernt wird, löst es sofort einen Alarm aus. Ebenfalls erfasst werden Neigungen und Erschütterungen des Containers, die Außentemperatur und die Batteriespannung. Da die Container untereinander per Bluetooth verbunden sind, lassen sich dabei sogar Daten aus dem Bauch des Schiffes übertragen.

Verbindung mit der Cloud der Dinge

Die erfassten Positions- und Zustandsdaten übermitteln die Smart Container Devices über das Mobilfunknetz an die cloudbasierte Managementplattform Cloud der Dinge. Auf die dort verarbeiteten und visualisierten Daten können die Mitarbeiter der DAL über das Webportal der Telekom-Plattform bequem zugreifen. Dank der Cloud der Dinge kann die Reederei ihren Kunden die genaue Ankunftszeit ihrer Fracht mitteilen und zudem gegenüber Versicherungen die gesamte Lieferkette dokumentieren, sollte die Fracht beim Transport beschädigt werden.

Vorteile durch M2M-Kommunikation

Mithilfe dieser M2M-Lösung kann die DAL ihren Kunden jederzeit transparente Informationen zu Standort und Zustand verschiffter Waren bereitstellen, was nicht zuletzt einen Wettbewerbsvorteil bedeutet. Darüber hinaus lässt sich die Cloud der Dinge nahtlos in kundeneigene Systeme einbinden und bleibt dabei skalierbar: Kunden können vor jedem Auftrag entscheiden, ob sie das Container-Tracking als Zusatzleistung buchen möchten. Die Investitionskosten richten sich nach der Anzahl vernetzter Container und bleiben dank spezieller M2M-Datentarife jederzeit überschaubar.

Kommentare (1)

  1. Ulrich Graf

    Jul 11, 2017 - 15:43

    Ulrich Graf

    What kind of cellular connection is used? And how is it maintaining connectivity at the ocean far away from cellular basestations?

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